Krishna und seine Geliebte Radha

RadhaRadha und Krishna

Krishna und Radha gelten im Hinduismus als der Inbegriff des liebenen Paares.

Wie Krishna und Radha, als Inkarnationen von Vishnu und Lakshmi, sich begegnen konnten, wird in lebendig lebensfreudigen Mythen um Krishna und Radha beschrieben.


Krishna der Schwarze oder auch der Allanziehende wird als die achte Inkarnation des Gottes Vishnu beschrieben.

Diese Inkarnation des welterhaltenden Gottes Vishnu ist in Indien besonders populär. Neben dem Elefantengott Ganesha ist es der kindliche Gott Krishna, der in Indien besonders viele Anhänger hat.

Überzeugte Anhänger von Krishna verehren ihn als die höchste Erscheinungsform Gottes - ja als das göttliche Prinzip überhaupt.

Merkmale, Zeichen von Krishna

Jedes Detail seines Lebens auf der Erde drückt aus, welche Bedeutung die achte Inkarnation von Vishnu haben soll.

  • blaue Haut und gelbe Kleidung
    versinnbildlichen das Bewusstsein, das sich in der Sphäre des Materiellen zeigt.
  • Flöte
    Die Flöte selbst stellt die unbewegliche Materie. Selbst kann die Flöte keine Musik hervorbringen. Aber wenn Krishna auf der Flöte spielt, vermag sie jeden Menschen zu verzaubern. Die Löcher in der Flöte versinnbildlichen die Sinnesorgane, Gemüt und Intellekt. Durch sie rückt sich das Göttliche in der Sphäre des Materiellen aus.
  • Pfauenfeder
    Schönheit


Mythen um Krishna

Das Leben von Krishna spielt sich zunächst im Hirtenmilieu in der Nähe von Agra ab. Als Erwachsener geht er dann an den Fürstenhof von Dwarka - auf einer Halbinsel in der Nähe von Mumbai.

Insbesondere wird in Krishna und seiner Geliebten Radha das göttliche Prinzip der hingebungsvollen Liebe verehrt. (Bakhti-Yoga).

Freilich können die Mythen um Krishna auch als die Beschreibung eines heldenhaften sprühenden Lebens gelesen werden.

Krishna ist wie Ganesha ein Gott, der die Menschen besonders nahe an sich heranlässt. Besonders beliebt sind die Mythen über Kindheit und Jugend des

Geburt von Krishna

In Mathura herrschte der König Kansa.  Das Volk stöhnte unter Kansa und wünschte sich, dass der Vishnu helfen möge. Vishnu ließ sich was einfallen - und inkarnierte höchstpersönlich. Nun hatte der tyrannische König Kansa eine Schwester namens Devaki. Ein Orakel hatte verkündet, dass deren achter Sohn ihn, König Kansa, töten würde.

Um seinem Schicksal zu entgehen hielt König Kansa seine Schwester Devaki und ihren Ehemann in einem Kerker seines Palastes fest. Jeden der dort geborenen Kinder - alles Jungen, tötete König Kansa mit eigener Hand.

Krishna wurde als Devakis achter Sohn geboren. Gleich nach der Geburt konnte Krishna schon sprechen und zeigte sich Krishna seinen Eltern als Vishnu. Auch die Gefängniswärter konnte er durch einen Zauber in Schlaf versenken.

Der Vater des Neugeborenen, nahm sein Kind auf den Arm. Er ließ sich von seinem neugeborenen Sohn an das andere Ufer des Flusses - zum Haus eines Rinderzüchters führen. Dessen Frau hatte soeben ein Mädchen geboren und schlief.

Der Vater des kleinen Krishna tauschte die Säuglinge aus und schwam über den Fluss zurück zu seiner Frau Devaki in den Palast des König Kansa.

Als kurz darauf König Kansa von der Geburt des achten Kindes seiner Schwester Devaki hörte, wollte er es, wie die anderen, eigens töten. Doch das Mädchen entglitt seiner Hand und entschwebte in die Luft.

"O du Elender! Dein Bezwinger und Töter ist bereits anderswo. Hör auf damit, unschuldige Kinder zu töten." tönte es nur noch in die Ohren von Kansa. Kansa ließ seine Schwester und ihren Mann frei.

Doch schon am nächsten Tag begann eine Hetzjagd auf alle neugeborenen männlichen Kinder in seinem Land.

Die nunmehrigen Eltern von Krishna, der Rinderzüchter und seine Frau, wurden rechtzeitig gewarnt und entflohen in eine Kuhhirtensiedlung in die Landschaft Brij.

Dort wuchs Krishna nun als Hirtenjunge auf. Als Jüngling nun bezauberte er mit seiner Flöte die Mädchen des Landes. Sie sind - in den Mythen um Krishna - als die sogenannten Gopi bekannt.

Krishna RadhaKrishna Radha

Radha und Krishna

Eines dieser Hirtenmädchen nun, Radha, wird sich als Lakshmi, die Gefährtin des Vishnu - durch alle seine Inkarnationen - erkennen. Als Geliebte des Krishna ist Lakshmi das Hirtenmädchen Radha.

Radha begegnete eines Tages Krishna allein am Fluss. Sie hatte ihn gemieden zuvor, weil sie von weitem gesehen hatte, wie Krishna all die Gopis verzaubert hatte mit seiner Flöte.

Eine Geschichte erzählt, wie Krishna den Gopis, die im Fluss baden, die Kleider wegnimmt und mit den Kleidern auf einen Baum klettert. Um ihre Kleider wieder zu bekommen, müssen die Gopis einzeln nackt vor ihm erscheinen. So wird eine Gopi nach der anderen seine Geliebte. Über diese erotischen Spiele vergaßen die Gopi ihre weltlichen Pflichten.

All dies nun hatte Radha aus der Ferne erspäht und wollte offenbar nicht eines von vielen Gopis für Krishna sein. Doch Krishna gelingt es, auch Radha zu verzaubern, sodass die beiden sich als die göttlich einander Bestimmten erkennen.  

Die tiefe erotische und auch über alle Inkarnationen reichende Liebe zwischen Krishna und Radha, wie auch den anderen Gopis wird im Hinduismus als Sinnbild der hingebungsvolle Liebe zwischen Gott und den Menschen verehrt.