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Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dyana und Samadhi

Pranayama im halben Lotus

Die acht Glieder des Yoga 

  • yama = Achtung gegenüber den Mitmenschen: Das Verhalten gegenüber anderen Menschen ist von Wahrhaftigkeit und Verzicht auf Gewalt geprägt.

  • niyama = Achtung gegenüber sich selbst: Das Verhalten sich selbst gegenüber ist durch Selbstdisziplin und emotionale Ausgeglichenheit gekennzeichnet. Also auch: Keine Gewalt (Selbst-beherrschung) gegen sich selbst.

  • asana= Körper-Haltung, Sitz, Harmonie des Körpers: Als Asana werden alle bekannten Yoga-Stellungen bezeichnet.

    Ziel jedes Asana ist es, die beschriebene Körperhaltung exakt und mühelos einnehmen zu können. Die Beherrschung wenigstens eines Asana (traditionell: des Lotussitz) sind auch die Voraussetzung, um sich erfolgreich in den Bereich der Meditation zu wagen. Ohne ein sauberes und schmerzfreies Asana wird das Meditieren nur mühsam. 

  • pranayama = Atembeherrschung, Harmonie der Lebensenergie: Beim Pranayama wird die Methode der Atemkontrolle erlernt und geübt. Dabei wird abwechselnd einer der beiden Nasenflügel mit dem Daumen verschlossen.

    Durch das andere Nasenloch wird tief und vollständig eingeatmet, so dass die Prana-Energie bis in den Beckenboden hinaussinken kann und ihn weitet. Nachdem bis zu einigen Minuten die Luft so gehalten wurde, wird nun durch das andere Nasenloch ausgeatmet. 

    Ziel des Pranayama ist der Ausgleich der Energien der rechten und linken Körperhälfte (männliche und weibliche Energien). Faktisch bekommt es der Übende dabei heftig mit seinen eigenen Gefühlen zu tun.

  • pratyahara = Zurückziehen der Sinne, Harmonie der eigenen Emotionen. Pratyahara tritt am leichtesten als ein Phänomen gut konzentrierter Meditation auf. Die Aufmerksamkeit des Übenden ist so vollständig auf sein Meditationsobjekt gelenkt, dass er sich von der Außenwelt durch nichts mehr stören lässt.

    Das führt dann dazu, dass buchstäblich nichts mehr gehört wird. Stille tritt ein. Bei anderen zeigt sich Pratayahara zuerst durch Schwärze. 
    Ist dieser Zustand erreicht, werden Energien erzeugt, die in der Wissenschaft als Alpha-Wellen bekannt sind.

  • dharana =  Konzentration, Harmonie der eigenen Gedanken: Konzentration der Aufmerksamkeit ist eine Aufgabe, die mehrere Stufen durchläuft. Sie reicht von durchgehender Konzentration bis hin zur mühelosen, spontanen. Um höhrere Konzentrationsstufen in der Meditation zu erreichen, sind die bisher genannten Glieder des Yoga hilfreich.

    Zumindest werden körperliche Schmerzen, wirbelnde Gedanken oder durch den Körper schießende Gefühle als schwierig zu meisterndes Hindernis für die Konzentration erlebt. Allerdings hilft disziplinierte Konzentration auch sehr effektiv über solche Hindernisse hinweg. 

  • dhyana = Versenkung, Meditation, Kontemplation. Meditation - wird klassischerweise in einem Asana ausgeführt. Die Aufmerksamkeit wird dabei auf ein sogenanntes Meditations-Objekt gelenkt. Und so weitgehend und vollständig wie nur möglich soll diese Aufmerksamkeit während der gesamten Meditation beibehalten werden.

    Das Meditations-Objekt selbst kann sehr verschieden sein: Der eigenen Atemfluss (Pranayama ist z.B. auch eine Form der Meditation), eine bestimmte visuelle Vorstellung oder klassischerweise ein bestimmtes Mantra (heiliges Wort).

  • samadhi = Ekstase, Verschmelzung, Vereinigung. Ziel der Meditation ist letztlich die Erfahrung von Samadhi. Samadhi heißt Vereinigung - und zwar klassischerweise mit dem Objekt der Meditation. Umso vollständiger es dem Übenden gelingt, sich auf das Meditations-Objekt einzulassen, desto näher kommt er dem Umschlag zum Samadhi.

    Samadhi ist immer mit intensiven Ekstase-Phänomenen, ähnlich (aber nicht identisch, sondern eher intensiver) einem Orgasmus verbunden. Jedoch treten Ekstase-Phänomene auch schon auf den mittleren Stufen der Konzentration auf.

 Und das Ziel des ekstatischen Samadhi-Zustandes?

Klassischerweise wird die Ekstase des Samadhi eher als Selbstzweck beschrieben. Doch kann man die Ekstase im Zustand des Samadhi auch nutzen, um festgefahrene Gedankenmuster (= Verhaltensmuster) zu lockern und zu erweitern. Das wiederum bietet die große Chance, sich selbst so zu verändern, wie man sich haben will. :)


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