Das Kastenwesen - Unberührbare
Das Kastenwesen in Indien hat eine grausame Schattenseite: 160 Millionen Hindus "Unberührbare" und weitere 80 Millionen Christen und Moslems sind aus diesem Kastenwesen ausgeschlossen. Für sie heißt das, ein Leben in Verachtung führen zu müssen.
Trotz gesetzlicher Gleichstellung machen Unberührbare nach wie vor den Bodensatz der Gesellschaft aus. Sie werden in allen Lebensbereichen von den Angehörigen der vier Kasten als unwürdig, unrein und verachtenswert behandelt. Kastenangehörige vermeiden sogar die Berührung mit dem Schatten eines "Kastenlosen".
Unberührbare dürfen nur die niedrigsten Arbeiten ausführen. Ihre Löhne sind extrem niedrig. Sie dürfen keine Hindu-Tempel betreten und in vielen Beeichen des Landes dürfen sie auch kein Wasser aus den Brunnen der Kasten schöpfen. Selbst wenn die nächste Wasserstelle weit entfernt liegt, haben sie mit brutaler Gewalt zu rechnen, wenn sie dieses Verbot übertreten.
Unberührbare - Dalit - Harijan - Kastenlose
Unberührbare nennen sich selbst "Dalit". Das ist ein Begriff aus dem Sanskrit. Mit ihm drücken "Unberührbare" aus, wie sie die Wirkung des Kastenwesen erleben: Dalit bedeutet so viel wie
- zerbrochen
- zerrissen
- zerdrückt
- vertrieben
- niedergetreten
- zerstört
- der zur Schau Gestellte.
Mahatma Gandhi nannte sie Harijan „Vishnu-Geborene“. Diesen Begriff lehnen Unberührbare ab. Sie wollen nicht als schützendswerte Kinder Gottes, sondern als gleichberechtigte Menschen gesehen werden.
Auch der Begriff „Kastenlose“ ist genau genommen ein unpräzises Wort. Unberührbare gehören der Kaste Jati an.
Unberührbare kämpfen für ihre Gleichberechtigung
Die indische Verfassung verbietet seit 1949 jede Diskriminierung aufgrund von Kasten. Das Kastenwesen selbst allerdings kann sie nicht verbieten. Doch wer zum Kastenwesen Ja sagt, kann seine Auswirkungen auf die aus dem Kastenwesen Ausgeschlossenen nicht verbieten. In der Praxis hat sich denn auch gezeigt, dass Unberührbare nach wie vor ein Leben in Verachtung führen müssen.
Dennoch haben Unberührbare damit eine Rückendeckung, die sie im Zweifelsfall einklagen. Und das tun sie auch. Dalit- Aktivisten starten gezielte Kampagnen, um das Lebensrecht für Unberührbare auch praktisch durchzusetzen.
Ein Schlüsselproblem ist der Umgang mit dem Wasser. Traditionell ist es Dalits verboten, Wasser aus den Brunnen von Kastenangehörigen zu schöpfen.
Der Dalit-Aktivist Martin Macwan lässt zum Beispiel bei Einstellungsgesprächen jeden Bewerber ein Glas Wasser austrinken, das von einem Dalit eingeschenkt wurde. Diesen Test auf Vorurteilslosigkeit muss der Bewerber bestehen, um eine Chance zu haben eingestellt zu werden.



hinduismus
der hinnduismus ist sehr inteliegent!!!
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